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Der Apple Macintosh in Grafikanwendungen … eine Agenturgeschichte:

Als Gebrauchswerber und Grafikdesigner mit klassischem Handwerkszeug wie Bleistift, Pinsel und Zeichenbrett vertraut, hatte ich 1990 große Bedenken, dass diese gräulichen Geräte, welche sich Personalcomputer nannten, die Arbeit in unserer Branche enorm verbessern sollten. Sie konnten angeblich wie von Zauberhand ganz allein Schriften malen. Das wollte ich mir unbedingt ansehen. In einem der ersten PC-Läden Dresdens führte mir ein Experte solch ein Zaubergerät vor. Er drückte den Startknopf und dann beobachteten wir eine kleine Ewigkeit wie der PC auf dem schwarzen Bildschirmhintergrund kryptische Befehlsketten in ellenlange Zeilen schrieb. „Der Rechner fährt jetzt hoch!” – erfuhr ich vom Fachmann. Dann zeigte mir der Spezialist noch, dass dieser herrliche PC drei Schriften, nämlich Times, Sans Serif und Courier in zwei Fontgrößen schreiben kann. Das „überzeugte” mich. Bei meinem Schriftmalermeister hatte ich 1987 gelernt, wie man vier Schriften in drei Fontgrößen malt.
Doch eins war klar, eine neue Zeit hatte begonnen. Bei Gründung unseres Grafikstudios musste modernes Handwerkszeug ran, d.h. ein Grafikcomputer. Für unsere Branche gab es in der Wahl der Hardware und Software keine Alternative. Am Apple Macintosh kam man einfach nicht vorbei wenn man ernst machen wollte. Und um „ernst zu machen” brauchten wir mehr als diese drei Schriften in zwei Fontgrößen und wir hatten auch keine Zeit dem Computer ewig beim Hochfahren zuzusehen.

Also kauften wir 1990 den kleinen Macintosh SE für 2.000,- DM. Dieser verfügte über einen Schwarzweißbildschirm im Postkartenformat, eine 20 MB Festplatte, 2 MB Arbeitsspeicher und sogar ein Diskettenlaufwerk. Dieses Gerät sollte auch unseren Schneidplotter ansteuern. Der gute aber für diese Aufgabe zu kleine Mac wollte einfach keine Schriften ausschneiden. Deshalb musste der nächst größere Apple (IIsi) angeschafft werden. Dieser konnte uns nun die bunten Folienschriften und Bilder malen.

1993 begannen umfangreichere Grafikjobs aus vielen Bereichen der Printwerbung unsere Auftragsbücher zu füllen. (Broschüren, Plakate, Flyer, Booklets, Verpackungen, Zeitschriften usw.) Damit waren unsere beiden kleinen grauen Maschinen allmählich überfordert. Die Zeit war reif für den Macintosh IIci mit 21″ Bildschirm für satte 9.000,- DM.
Alle drei Macs sind fortan miteinander über ein AppleTalk-Netzwerk verbunden. Laserdrucker, Scanner, DAT-Streamer, externe Festplatten etc. waren über SCSI angeschlossen. Größere Daten wurden damals mit einem 40 MB Cartridge-Wechselplattenaufwerk übertragen. Alle möglichen Grafikarbeiten tätigten die Mitarbeiter mit den Urversionen der Programme wie Aldus Free Hand 2, Adobe Streamline 1, Rag Time 3, Quark X Press 2, Letra Studio 1 usw..

1995 begann mit den PowerMacs eine neue Rechnergeneration. Unsere intuitive Arbeitsweise und das Vertrauen in die netten, absturzsicheren Computer mit dem angebissenem Apfel blieb. Bis zum heutigen Tage ließ uns keines dieser Geräte im Stich – seit 27 Jahren ein gutes Handwerkszeug, wie Bleistift, Pinsel und Zeichenbrett.

kral | media – 1990



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